Durchfall

Auslöser & Ursachen von Durchfall

Etwa 40 Millionen Deutsche suchen jedes Jahr einen Arzt oder eine Apotheke auf, weil sie aus unterschiedlichsten Gründen unter akutem Durchfall leiden – also mehr als dreimal täglich auf die Toilette müssen und die Konsistenz des Stuhls dabei breiig bis flüssig ist. Wir haben die häufigsten Durchfall-Auslöser für Sie zusammengestellt:

Zu den häufigsten Auslösern zählen Infektionen mit Viren oder Bakterien – z. B. E.Coli-Bakterien. Sie werden in der Regel durch verunreinigte Lebensmittel, Leitungswasser oder über Hautkontakt, zum Beispiel beim Händeschütteln, übertragen. Im Sommer sollte daher auf ausreichende hygienische Lagerung und Zubereitung von Speisen geachtet werden.

Ebenfalls über Speisen und Getränke übertragen werden Salmonellen-Infektionen (zum Beispiel in rohen Eiern, Milch, rohem Fleisch und Geflügel).

Besonders im Winter haben zudem Magen-Darm-Viren Hochsaison. Meist handelt es sich um Noro- und Rota-Viren – sehr kleine und hochinfektiöse Krankheitserreger, die über die Luft, Gegenstände, Körperkontakt und über kontaminierte Speisen und Getränke weitergegeben werden können. Die Folge: Eine Magen-Darm-Infektion mit Symptomen wie Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen sowie Bauchschmerzen und lästigem Durchfall.

Bei infektiös bedingtem Durchfall handelt es sich um eine Selbstschutzreaktion des Körpers, der viel Wasser und Elektrolyte in den Darm zieht, um mögliche durchfallauslösende Krankheitserreger auszuscheiden.

Montezuma’s Rache, wie man Reisedurchfall auch umschreibt, gehört zu den häufigsten Reiseerkrankungen. Gerade in einer fremden Umgebung ist akuter Durchfall besonders unangenehm. Mehr zum Thema Reisedurchfall und wie man damit am Besten umgeht, finden Sie hier. 

Wir haben in unserem Magen-Darm-Trakt ein zweites Gehirn – das sogenannte Bauchhirn. Mit seinen 100 Millionen Nervenzellen ist es für das sprichwörtliche Bauchgefühl verantwortlich. Bei übermäßigem Stress kann das sensible Gleichgewicht der Nervenzellen im Bauch aus dem Gleichgewicht geraten. Manche Menschen bekommen dann Durchfall.

Bei einigen Menschen kann das Verdauungssystem bestimmte Nahrungsmittel nicht verarbeiten. Die Folge: Bauchschmerzen, Krämpfe und Durchfall. Am häufigsten sind die Unverträglichkeiten von Milch und Milchprodukten (Laktoseunverträglichkeit), Speisen aus Weizen (Glutenunverträglichkeit) und Fruchtzucker (Fructoseunverträglichkeit). Weitere nützliche Informationen zu Nahrungsmittelunverträglichkeiten finden Sie auf www.bauchschmerzen.info.

Was viele nicht wissen: Auch bestimmte Medikamente können als Nebenwirkung Durchfall erzeugen. Hierzu zählen beispielsweise Antibiotika, Arzneimittel mit hohem Magnesiumgehalt, Zytostatika (werden bei der Chemotherapie eingesetzt) oder Protonenpumpenhemmer (zum Magenschutz eingesetzte Arzneimittel). Lesen Sie hierzu genau den Beipackzettel und besprechen Sie bei Problemen mit Ihrem Arzt, ob es eine Alternative zu dem durchfallauslösenden Präparat gibt.

  • Herr Prof. Dr. Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM (Centrum für Reisemedizin), erklärt, wie es zu Durchfall kommen kann und was dabei im Körper passiert.