Magen-Darm-Grippe:
Durchfall & Erbrechen ausgelöst von Viren

Magen-Darm-Grippe

Plötzliche Übelkeit gefolgt von akuten Durchfällen und Erbrechen kennzeichnen die umgangssprachliche Magen-Darm-Grippe, in der Fachsprache Gastroenteritis genannt. Rota- und Noroviren sind die verbreitetsten Erreger. Denn die kleinen und äußerst widerstandsfähigen Krankheitserreger gibt es rund um den Globus das ganze Jahr über.

Beide Magen-Darm-Viren sind hoch ansteckend. Bereits eine geringe Anzahl an Viren reicht aus, um eine Magen-Darm-Infektion auszulösen. Wer an einer Gastroenteritis leidet, bemerkt dies an Unwohlsein, Übelkeit und unangenehmem und kräfteraubendem akutem Durchfall.

Rotaviren und Noroviren im Check

Rotaviren und Noroviren haben vieles gemeinsam: Die Magen-Darm-Viren sind mikroskopisch klein und können dennoch viel Schaden anrichten. Sie sind auf der ganzen Welt zuhause und lieben die Kälte. Sie sind hochansteckend, hocheffektiv und extrem widerstandsfähig.

Noroviren lieben Menschenansammlungen

Noroviren sind für etwa die Hälfte aller Magen-Darm-Infektionen bei Erwachsenen und für etwa 30 Prozent bei Kindern verantwortlich. Und da Noroviren so robust sind, können sie problemlos mehrere Tage auf Spielzeug, Türklinken und dergleichen überleben. Um einen Menschen zu infizieren, braucht es lediglich zehn bis hundert Viruspartikel. Wenn man bedenkt, dass pro Durchfall oder Erbrechen gleich mehrere Millionen Viruspartikel in Umlauf geraten, ist das eine hocheffektive Strategie. Menschenansammlungen und kalte Temperaturen gehören zu den bevorzugten Bedingungen der Noroviren. Daher kommt es im Winter auch vermehrt zu Infekten. Durchfall, Übelkeit und Erbrechen sind typische Beschwerden.

Häufigste Durchfallursache weltweit: Rotaviren

Rotaviren hingegen sind weltweit die häufigste Ursache für Durchfall im Kindesalter. Im Erwachsenenalter treten Erkrankungen vorwiegend bei Eltern erkrankter Kinder oder im Rahmen von Ausbrüchen in Altersheimen auf. Bei erwachsenen Personen über 60 Jahre nimmt die Häufigkeit deutlich zu. Wie bei Noroviren auch, braucht es nur wenige Partikel für eine Infektion. Und diese halten sich ebenso hartnäckig auf Spielzeug, Türklinken oder Wickelunterlagen. Begleitet wird der durch Rotaviren bedingt auftretende wässrige Durchfall oft von Fieber und Husten. Gefährlich kann es dann werden, wenn der enorme Flüssigkeitsverlust nicht ausgeglichen wird. In der Tat kommt das relativ häufig vor: Rund 50 Prozent der Kinder unter fünf Jahren müssen im Krankenhaus behandelt werden. Die gute Nachricht: Gegen Rotaviren gibt es eine Schluckimpfung, die seit 2013 von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen wird.

Achtung: Sowohl Rota- als auch Noroviren sind während der akuten Erkrankung sehr ansteckend! Da die Übertragung meist von Mensch zu Mensch stattfindet, sollten Sie den Kontakt mit einer infizierten Person meiden oder geeignete Vorsichtsmaßnahmen treffen.